Montag, 26. März 2018

Wochenende KW12


Ich will dieses Jahr keine Zweige mehr sehen. Am Donnerstag und Freitag haben wir alle Tannenzweige von der Kuhwiese auf den Hof geschleppt, am Samstag sind wir fünf Stunden durchs Dorf gefahren und haben überall Strauchschnitt eingesammelt. Dafür wurde unser Zeug, was immerhin fast den gesamten Hof ausfüllte, aber auch mitgenommen. Geben und nehmen. F., der Städter, ist immer noch fasziniert vom Zusammenhalt auf dem Dorf. Hätten wir das nicht aufs Osterfeuer bringen können, hätten wir bestimmt 15 mal mit  dem Anhänger zum Kompostierwerk fahren müssen. 12 km pro Strecke plus 5-10€ Gebühr für die Abgabe. Da wäre einiges zusammengekommen. F. ist sehr angetan davon, dass man mit jedem per du ist und von jedem Hilfe bekommt. Jeder gibt, was er kann, und so ist für jedes Problem irgendwo im Dorf eine Lösung parat. Für mich war das selbstverständlich, weil ich eben so aufgewachsen bin. Ich muss aber sagen, dass das Ganze bei uns noch ausgeprägter ist als in meinem Heimatdorf und der Zusammenhalt ist noch viel stärker.
Mr. Plüsch hat gestern seinen Frühjahrshaarschnitt bekommen. Das bedeutet eigentlich nur, dass ich seine Augen wieder mal freigeschnitten habe, weil er kaum noch durch den Fellberg schauen konnte. Gestern waren die Kaninchen den ganzen Tag draußen und waren sichtbar begeistert davon. Leider ist der blöde Köter vom Nachbarn, ein Hund von der überzüchteten Sorte, dass ihm eine zweite Zahnreihe gewachsen ist und der kaum Luft bekommt, weil die Nase so plattgedrückt ist, ihm wieder mal abgehauen und hat dann munter die Kaninchen bejagt. Es ist nichts passiert, weil zwischen ihm und den Kaninchen ein Gitter war, aber die Kaninchen sind natürlich durchgedreht vor Angst. Da ich schon zwei meiner Kaninchen an einen Hund verloren habe, dessen Besitzer ihn ebenfalls nicht im Griff hatte, hatte ich eine unglaubliche Wut. Wenn man einen Hund hat, sollte man ihn entweder entsprechend erziehen oder aber dafür sorgen, dass er entweder an der Leine ist oder das Grundstück nicht verlassen kann. Dieser Hund ist wieder einer von der Sorte, der zu klein ist, als dass Besitzer der Meinung sind, dass man ihn erziehen müsste. Nach einer endlosen Jagd (denn wenn er gerufen wird, haut er eher ab, als dass er kommt, und wenn man ihn einfangen will, bekommt man ihn nicht zu fassen, da er auch kein Halsband trägt) hat F. ihn zu fassen bekommen und ihn kopfüber an den Hinterbeinen haltend (weil er ihn eben nur so zu greifen bekam) dem Nachbarn übergeben. Der Nachbar ist wirklich lieb und nett, weswegen ich auch nichts gesagt habe, außer, dass ein Halsband gut wäre, damit man ihn wenigstens greifen kann, aber innerlich habe ich gebrodelt. Es kann ja nicht sein, dass wir unser Grundstück mit einem engmaschigen Zaun umranden müssen, damit sein Hund nicht mehr reinkommt. Unser anderer Nachbar hat das Ganze beobachtet und nachher zu uns gesagt, dass er ihm ein paar Takte erzählt hätte, wenn der Hund seine Kaninchen gejagt hätte. Ja, ich fand das auch ziemlich mies. Aber wenn man noch den Neulingsstatus hat und noch die nächsten 40, 50 Jahre im Dorf zu wohnen vorhat, kann man deswegen kein Fass aufmachen. Die Kaninchen haben das zum Glück ganz gut weggesteckt und sobald der Hund weg war, war die Welt für sie wieder in Ordnung. Es sind halt Fluchttiere, in Panik auszubrechen liegt in ihrer Natur. Unnötig war es trotzdem. Die Katze war zu dem Zeitpunkt auch gerade wieder am Haus und hat das Ganze mit aufgebauschtem Schwanz von der Terrasse aus beobachtet. Außer F. hat in unserem Haus keiner was für Hunde übrig bzw. mir sind Hunde gleichgültig, solange ich keinen Ärger damit habe.
Vorher

Nachher
 
Da ich in der letzten Zeit wieder Lust am Tagebuchschreiben bekommen habe und feststellen musste, dass mein altes Tagebuch mich sehr runterzieht, habe ich in ein neues investiert. Dasselbe Modell gab es leider nicht mehr und so habe ich mich mit einem anderen zufriedengegeben, welches aber auch sehr schön ist. Ich bin noch gespannt, wie gut ich auf Dauer mit den Blankoseiten zurechtkomme. Für das Tagebuch ist die Sofortbildkamera, die ich letztes Jahr von F. zum Geburtstag bekommen habe, auch eine ziemlich tolle Sache. So kann ich das Ganze ein wenig bunter gestalten. Auch meinen Glückskalender, den ich die letzten Wochen habe schleifen lassen, kann ich darin dann einfach integrieren.
 
In der letzten Zeit haben noch ein paar Pflanzen bei uns im Haus Einzug gehalten. Neben einem Farn habe ich letztens im Baumarkt winzig kleine Kakteen gefunden, die ich mitnehmen musste, obwohl ich eigentlich gar keine Kakteen mag :D

 
Leider war das Wochenende sehr schnell wieder vorbei, aber da ich Donnerstag schon Urlaub habe, wird es zum Glück eine kurze Arbeitswoche.

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