Mittwoch, 7. März 2018

Speichelfreuden.


Gestern war der letzte Zahnarzttermin für das nächste halbe Jahr. Den nächsten Termin für Zahnreinigung und Kontrolle habe ich mir schon geben lassen, damit ich mich nicht davor drücken kann. Da meine Probleme scheinbar in den Zahnzwischenräumen liegen, denke ich, dass eine regelmäßige Zahnreinigung nicht schaden kann, da sie sich dort ja unter anderem besonders den Zahnzwischenräumen gründlich widmen. Ich habe die aberwitzige Hoffnung, dass sich innerhalb eines halben Jahres so viel nicht verschlechtern kann. Noch gründlicher als jetzt kann ich meine Zahnpflege wirklich nicht mehr gestalten. Ich putze mit der elektrischen Zahnbürste so gründlich, wie es eben geht, ich nutze Zahnseide, Interdentalbürsten und Mundspülung und einmal die Woche Elmex Gelèe gegen meine sehr kälteempfindlichen Zähne. Viel mehr kann ich nicht machen. Über Ölziehen habe ich schon mal nachgedacht, aber ob das wirklich mehr bringt als eine Mundspülung, bezweifle ich doch. Gestern Abend habe ich dann den Fehler gemacht und wollte mit halbseitig betäubtem Mund etwas trinken. Wer damit genauso unterfahren ist wie ich: Lasst es. Nachdem ich es also versucht habe, lief mir also die Hälfte (es war zum Glück nur Wasser) einfach wieder aus dem völlig gefühlstoten linken Mundwinkel heraus. F. saß mir gegenüber und hat blöde Sprüche gemacht.

Ich hatte nun aber Durst, schließlich hatte ich während der Behandlung nicht unerheblich viel Adrenalin ausgeschüttet und mein Herz hatte wie während größter sportlicher Betätigung gewummert. Zahnarzttermine sind für mich also der beste Ersatz für Ausdauersport. Ein Zahnarzttermin entspricht quasi einem Halbmarathon! Außerdem hat mein Mund während der Behandlung als Panikreaktion massenhaft Speichel abgesondert, und zwar so viel, dass sogar die Zahnärztin anfing, darüber zu scherzen. Kurzum: Ich habe einfach vor mich hingesabbert. Viel. Mir war zwar nicht sonderlich nach Scherzen zumute, allerdings kann man sich auch nur bedingt wehren, wenn man mit aufgerissenem Mund voller Watte auf dem Zahnarztstuhl sitzt und Todesängste aussteht. Die Zahnarzthelferin hat quasi im Minutentakt die Watte gewechselt. Nach einem gefühlten Flüssigkeitsverlust von 2 Liter Speichel war die Tortur der Termin vorbei und ich entsprechend ausgedörrt.

Ich wollte also trinken. War nur die Frage wie. Ich habe dann einen Metallstrohhalm geholt, ihn in meinen rechten Mundwinkel geklemmt, gesaugt und fühlte mich ziemlich genial. Bis ich merkte, dass das Wasser mir trotzdem aus dem linken Mundwinkel lief. Waaas, wie… das ist doch physikalisch unmöglich! Eine Lösung musste her. Nachdem ich das Gröbste von meinem Pullover gewischt hatte, klemmte ich erneut den Strohhalm in den rechten Mundwinkel. Mit der linken Hand presste ich meinen Mund auf der linken Seite zu und tadaaa! Das kühle Nass, es war endlich mein! F., der das ganze Spektakel bis dorthin kichernd beobachtet hatte, konnte nun endgültig nicht mehr an sich halten und brach quasi auf dem Boden zusammen. Empathieloser Kerl, der.


Quelle: schule-und-familie.de

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