Mittwoch, 21. Februar 2018

Späte Gedanken.


Auch wenn es nicht viel bringt, denke ich oft darüber nach, was ich in meinem Leben anders hätte machen sollen / können. Im Zeitraum von 2005-2014 sind es viele Dinge, die mir da einfallen. Ab 2014 zum Glück deutlich weniger. Es gibt aber zwei Entscheidungen, über die ich mich im Nachhinein ärgere, mich darauf eingelassen zu haben. Ich kenne mich mittlerweile gut genug, es vorher gewusst haben zu können, aber ich habe mich zu der Zeit so mit der Euphorie mitreißen lassen, dass ich das in den Hintergrund geschoben habe. Als ich mit F. zusammengezogen bin, hätte ich mich nicht darauf einlassen dürfen, mit ihm in die Stadt zu ziehen, in der ich arbeite. Ich fühlte mich sehr wohl in der Wohnung über meiner Oma, musste keine Miete zahlen und hätte ihr nach dem Studium die Nebenkosten erstattet, aber sonst keine Ausgaben gehabt. Ich habe immer das Verlangen, es allen recht zu machen. Ich fahre in Urlaube, in die ich nicht will, und zahle sie auch noch selbst. Aber in dem Punkt hätte ich standhaft bleiben müssen. Ich schätze, irgendwann hätte F. auch nachgegeben, allein schon deshalb, weil die Kosten für seine große Wohnung damals ihn aufgefressen hätten. Und wenn schon das nicht, hätten wir nach dem Studium dorthin zurückziehen sollen, statt ein Haus zu kaufen. Wir hätten die Wohnung oben gehabt und uns bestimmt den Dachboden ausbauen dürfen, sodass auch zwei Kinderzimmer dagewesen wären. Wir hätten keine Schulden und meine Sparsamkeit wäre nie so eskaliert, wie es momentan der Fall ist (weil ich eben das Gefühl habe, dass alles in die Sondertilgungen reingesteckt werden muss, damit wir schnellstmöglich aus dem Kredit raus sind). Das Gefühl, für mich kein Geld ausgeben zu dürfen, belastet mich momentan wirklich sehr. Ich bin ein extremes Gewohnheitstier, das ist der größte Punkt. Alles außerhalb meiner alten Heimat hat sich falsch angefühlt. Dass wir jetzt wieder so nah daran wohnen, hilft auf jeden Fall sehr.

Es ist nicht so, dass ich unglücklich bin, wie es jetzt ist. Ich bin glücklich. Das Haus ist niedlich und schön und ich fühle mich wohl. Aber anders wäre es eben noch zufriedenstellender gewesen. Ich denke aber, spätestens, wenn Kinder da sind, fühle ich mich richtig angekommen, egal, wo wir wohnen. Und wenn wir dann eines Tages einen Kaminofen haben und das Haus von außen mit Riemchenklinker „veredelt“ haben, wird alles gut sein und meine Zweifel vergessen. Da bin ich mir ganz sicher.

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