Dienstag, 7. November 2017

Ich schreite voran.


Gestern waren wir in „Jigsaw“, weil F. den unbedingt sehen wollte. Der Film war… okay. Allerdings ist das jetzt der 8. Saw-Teil und das Ganze dementsprechend ein wenig zu sehr ausgeschlachtet, wie ich finde. Aber schlecht war der Film nicht und immerhin gab es Popcorn :D
Als ich ein wenig in meinem Blog geblättert habe, ist mir erst wieder bewusst geworden, was für Fortschritte ich in Bezug auf meine Ernährung in den letzten Jahren gemacht habe, insbesondere ab letztem Jahr.
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich einmal mit Freundinnen ins Kino gegangen bin und stolz war und mich normal fühlte, nur weil ich im Kino eine Coke light lemon trinken konnte. Das war schon ein Fortschritt für mich, hatte ich mich doch ab irgendeinem Punkt sogar vor zuckerfreiem Kaugummi gefürchtet und den Angaben auf Light-Getränken nicht getraut. Die Coke light lemon war mein Abendessen.
Ich habe Joghurtsorten gekauft, die ich gar nicht so gern mag, weil sie Kalorien im einstelligen Bereich weniger hatten. Ich habe wochen- und monatelang gekochte Mahlzeiten vermieden, weil ich nicht wusste, was meine Mutter alles hineinwirft und sie für mich nur einen undurchblickbaren Dschungel aus Zucker und Fetten bedeuteten. Ich habe gehungert, ich habe gegessen und gekotzt, ich habe gelitten, ich habe meinen Körper nachhaltig geschädigt. Jetzt kann ich das Ganze relativ objektiv von außen begutachten und mir denken: Heilige Scheiße.
Von den ganzen gestörten Verhaltensweisen ist sehr wenig übrig. Nicht nichts. Aber nicht so viel, dass es mich stark einschränken würde. Ich habe immer noch Angst vor flüssigen Kalorien. Ich kann nicht einfach einen Saft trinken, ohne dass er in meinem Hirn die Assoziation auslöst, gerade zu snacken. Ich könnte unmöglich Saft oder Cola zu Mahlzeiten trinken, weil es in meinem Kopf „Verschwendung“ ist. Getränke mit Zucker sind für mich etwas ganz Besonderes, was ich mir nicht mehr verbiete, sondern zelebriere. Vielleicht ist das generell auch eine gute Eigenschaft, weil man es ja wirklich nicht übertreiben sollte damit. Trotzdem ist das Thema ein Heikles für mich, weil ich genau weiß, wo das „Problem“ herrührt, das ich damit habe.
Wenn ich vor dem Spiegel stehe, ist das Einzige, was ich darin begutachte, mein Bauch. Ich schaue mir selten ins Gesicht. Der Bauch ist wichtig und auch selten zufriedenstellend. Allerdings stelle ich wohlwollend fest, dass die Anzahl der Tage, an denen ich tatsächlich so etwas wie zufrieden mit meinem Bauch bin, zunimmt.
Ich habe es selten geschafft, so lange auf einem guten Weg zu sein. Und ich werde ihn weitergehen.

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