Freitag, 3. November 2017

Buchrezension: Marc-Uwe Klingt - QualityLand


Marc-Uwe Kling: QualityLand
 

Die Meisten werden von ihm die Känguruchroniken kennen. Ich habe ihn zumindest in dem Atemzug kennen und lieben gelernt. Ich harmoniere ja sehr mit seinem Schreibstil und seiner herrlich verrückten Ader. Muss man vermutlich einfach mögen, aber Bücherqualitäten sind immer sehr subjektiv, wie ich finde.

Die Story:

Ein nettes Schmankerl bei diesem Buch: Es ist in der weißen und der schwarzen Edition erhältlich, bei der sich die Nachrichten und  die Werbung zu Beginn eines jeden Kapitels unterscheiden. Ich habe natürlich die schwarze Version gewählt.

Das Buch handelt von Peter Arbeitsloser, einem Maschinenverschrotter, der mit dem System unzufrieden ist. Die Welt, in der er lebt, ist durch Maschinen und Algorithmen bestimmt. Computer bestimmen die Level, in die die Menschen kategorisiert werden, und je nach Level hat man verschiedene Vor- bzw. Nachteile. Peter Arbeitsloser ist bis zu seiner Trennung von seiner Freundin Level 10, steigt dann aber zu Level 9 ab und ist damit ein „Nutzloser“. Als das System ihm einen rosa Delfinvibrator schickt, weil es beschlossen hat, dass er diesen haben will, und er ihn nicht umtauschen kann, weil das nicht vorgesehen ist, beschließt er,  sich gegen das System aufzulehnen. Mit dem Vibrator im Gepäck zieht er zusammen mit den Maschinen, die er nicht verschrottet hat, sondern sie in seinem Keller versteckt, los und macht seine Unzufriedenheit öffentlich.

Der Nebenerzählung handelt von dem Wahlkampf zwischen einem Androiden und einem Menschen.

Meine Meinung:

Marc-Uwe Kling versucht sich hier als humoristischer George Orwell und kreiert eine dystopische Erzählung (oder wie das Internet sagt, eine Zukunftssatire), die immer wieder heitere Momente bringt, allerdings auch nachdenklich werden lässt. Gerade wenn man bedenkt, wie abhängig wir schon von der Technik sind und wie viele Daten von uns überall gespeichert sind. Wir bekommen jetzt schon personalisierte Werbung und unsere Onlineshops kennen unsere Interessen ganz genau. Wir gehen genau in die Richtung, die in dem Buch überspitzt dargestellt wird. Um ehrlich zu sein, fand ich das doch ganz schön erschreckend. Ich bin zwar immer noch konsequenter Twitter-Facebook-Instagram-Verweigerer, allerdings bestelle auch ich bei amazon und anderen Onlineshops – einfach, weil meine Interessen in den meisten normalen Läden (es gibt ja eh nur noch die langweiligen großen Ketten) einfach nicht zu finden sind.

Mein subjektives Fazit: Sehr sehr gutes und witziges Buch mit ernstem Kern.
 

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