Dienstag, 19. September 2017

Immer diese Aufregung...


Die Welt um mich herum spielt verrückt. Alle sind total aufgeregt wegen der Hochzeit und ich horche in mich hinein… nichts. Nada. Das liegt daran, dass ich die Hochzeit weniger als DEN Tag der Tage sehe, sondern vielmehr als den Tag, ab dem offiziell auf dem Papier steht, dass wir eine Familie sind. Das, was davor kam und was uns überhaupt bis zu diesem Punkt geführt hat, halte ich für viel wichtiger. Der erste Kuss, das erste Mal Arm in Arm eingekuschelt einschlafen, die erste gemeinsame Wohnung. Das erste Mal gemeinsamen Sex, klar, auch das.
Deswegen weiß ich nicht einmal, ob ich künftig eine große Sache aus dem Hochzeitstag machen möchte oder ob ich F. davon überzeugen kann, dass wir unseren Jahrestag, an dem wir zusammengekommen sind, weiter als wichtigen Tag im Jahr behalten. Denn das Eine wäre ja nie ohne das Andere gewesen.
Auch unser Jahrestag ist eigentlich nicht unbedingt als DER Tag anzusehen, weil wir irgendwie in einem schwammigen Übergang in eine Beziehung gerutscht sind. Der Tag, den wir als Jahrestag feiern, ist, salopp ausgedrückt, der Tag, an dem wir das erste Mal gepoppt haben. Ganz stumpf und einfach. Da haben wir irgendwie ein Level erreicht, an dem wir uns entscheiden mussten, was jetzt aus uns wird, weil wir beide keine Menschen für One Night Stands ohne Gefühle sind.
Meine Hochzeit ist der Tag, an dem unsere Gefühle zueinander auf Papier verankert werden. Ab diesem Tag kann jeder sehen, dass wir es ernst meinen und jeder sieht, dass wir zueinander gehören. Er trägt dann meinen Nachnamen. Unsere Kinder (übrigens ein weiteres Ereignis, das viel wichtiger sein wird als unsere Hochzeit) werden unseren Nachnamen tragen als Vervollständigung unserer kleinen Familie. Aber das Wichtigste ist: Das geht auch ohne Hochzeit. Das Familiendasein wird nicht durch den Familienstand definiert.
Es ist nur alles so viel einfacher, weil es durch die Hochzeit rechtlich geregelt ist.  Wenn einer stirbt, steht fest, wer was bekommt. Das wünscht man sich natürlich nicht, aber es kann eben doch immer passieren.
Die Hochzeit ist für mich also nicht DER Tag. Es gibt für mich auch nicht DEN Tag, wobei ich mir vorstellen kann, dass das anders wird, wenn wir Kinder bekommen. Ein Mensch, der aus zwei Menschen entstanden ist.
Für viele ist die Hochzeit aber gerade der Tag der Tage. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich werde mich nicht schminken. Ich werde nicht zum Friseur gehen. Ich werde einfach Ich selbst sein. Ich versuche, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und lasse den Tag auf mich zukommen.

1 Kommentar:

  1. Danke und Dir wuensche ich alles Gute fuer die Hochzeit. Ich finde Du hast genau die richtige Einstellung, warum soll man sich verrueckt machen, es ist auch nur ein ganz normaler Tag, an dem man doch man selbst sein sollte. Bis bald!

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