Freitag, 8. September 2017

Hochzeitsgedanken.


In rund zwei Wochen werde ich heiraten. Das hört sich für mich seeehr seltsam an und es fühlt sich auch nicht so an, als wäre es so. Um ehrlich zu sein, würde ich das Ganze am liebsten in meiner Heimat machen und die Feier noch kleiner halten: Standesamt, Großeltern und Eltern, Geschwister, essen gehen, fertig. Es ist nicht so, dass ich Baltrum nicht leiden kann, aber ich finde es nach mehrmaligem Aufenthalt dort einfach sehr langweilig.
Ich denke auch, dass unsere Gäste ein falsches Bild von der Hochzeit an sich haben, weil sie nun extra eine weite Anreise dafür in Kauf nehmen. Tatsächlich wird es aber nur der Standesamtbesuch, nachmittags Kaffee trinken und abends essen und das auch nur ganz einfache gutbürgerliche Küche. Meine Schwester hat mehrmals gefragt, wie der Dress Code so ist und wie sie sich die Feier eigentlich vorstellen kann, weil man sich aufgrund der Tatsache, dass das alles auf Baltrum stattfindet, etwas ganz Pompöses vorstellt.
Die Trauung an sich schön und gut, auf die Feier kann ich verzichten. Ich mag es nicht, im Mittelpunkt zu stehen, außerdem befinden sich einfach zu viele potenzielle Krisenherde in einem Raum: Die Freundin meines Onkels, F.s Mutter mit Partner, F.s Vater mit Frau, und das Schlimmste: Der Partner von F.s Mutter  und die Freundin seines Vaters waren auch schon einmal ein Paar. Und die einzigen, die ich einschätze, sich einfach mal zusammenzureißen, sind der Partner von F.s Mutter und sein Vater. Ach – du – scheiße. So ist es nun so, dass ich dem Ganzen mit sehr gemischten Gefühlen entgegengehe. Ich weiß, dass es F.s größter Wunsch war, auf Baltrum zu heiraten, und da ich mir vorher nie Gedanken darüber gemacht habe, wie meine Traumhochzeit aussehen sollte, mache ich das gern für ihn. Das ganze Drumherum eigentlich, das macht mir Sorgen. Aber wir werden diesen Tag auch irgendwie durchstehen und gehören dann ganz offiziell, auf dem Papier, zusammen. Im Gegenzug hat F. sich bereiterklärt, meinen Nachnamen anzunehmen. Ich habe oft darüber nachgedacht und bin auch zu dem Schluss gekommen, dass ich es nicht übers Herz bringen könnte, meinen Namen aufzugeben. Und dann auch noch für DIESEN Namen. Meine Familie ist cool, und das Beste, es gibt noch so etwas wie Familienzusammenhalt. Seine Familie ist… naja, und sie sind aus Sturheit fast alle zerstritten und zerstreut. Seine Schwester, von der niemand mehr spricht, hat den Kontakt zu allen aus der Familie vor ein paar Jahren rigoros abgebrochen. Zum Glück findet er selbst, dass mit seinem Nachnamen nicht wirklich etwas Gutes zu verbinden ist.
Das ist dann wohl der Deal. Hochzeit auf Baltrum, aber mein Nachname. Die Hochzeit an sich, das ist nur ein Tag. Mit dem Nachnamen muss man optimalerweise den Rest seines Lebens leben. Deswegen komme ich bei dem Kompromiss wohl mehr als gut weg. F. hat in den letzten Monaten gelegentlich seine neue Unterschrift geübt :D Irgendwie süß.

1 Kommentar:

  1. Toller Blog. Wuerde mich freuen wenn Du auch bei mir mal vorbei schaust. Das ist ja suess, dass Dein Mann Deinen Nachnamen animmt. Ich hoffe, es wird eine schoene Feier, ohne Streitigkeiten. Manchmal ist es leider so, dass es in der Familie oder im Freuneskreis sich nicht alle gruen sind, aber an so einem besonderen Tag muss man sich mal zusammen reissen wie ich finde, dem Brautpaar zuliebe. Alles Gute fuer Deine Hochzeit.

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