Dienstag, 29. August 2017

Ersatzprodukte.


Wie oft habe ich den Satz schon gehört?

„Wenn Vegetarier Fleischersatzprodukte konsumieren, finde ich das irgendwie heuchlerisch.“

Die Frage ist: Warum? Nur, weil ich kein Fleisch mehr esse, heißt das noch lange nicht, dass mir nichts von alledem jemals geschmeckt hat. Sonst hätte ich ja nun auch nicht fast 15 Jahre meines Lebens zumindest eingeschränkt Fleisch gegessen. Ja, ich gestehe: Mir hat Fleisch geschmeckt. Skandal! Wenig, nur ausgewählte Sachen, aber ich habe es gemocht. Natürlich! Welches Kind mag keine Chicken Nuggets, Fischstäbchen oder Heißwürstchen? Es ist nur einfach so, dass ich all das aus ethischen Gründen nicht mehr essen MÖCHTE.

Ich frage mich nur, warum so viele Fleischesser damit ein Problem haben, dass man dann eben hin und wieder nach Ersatzprodukten greift. Manche mehr, manche weniger. Denn obwohl viele Ersatzprodukte (z.B. vegane Mortadella, von der sogar F. begeistert ist) mittlerweile fast genauso schmecken wie Fleisch, haben sie immer noch einen riesigen Vorteil: Sie sind Tierleidfrei.  

Das Argument, dass die Ersatzprodukte ja genauso ungesund sind wie die Fleischprodukte, finde ich genauso hinfällig. Natürlich sind sie nicht zwangsläufig gesünder (häufig aber eben doch). Was erwarte ich auch, wenn ich ein stark verarbeitetes Produkt mit Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen kaufe und dann großzügig in Fett anbrate? Aber eben das ist auch nicht der Punkt.

Ich gebe es zu: Gerade zu den Zeiten, als Flexitarier hipp wurden und immer mehr Ersatzprodukte auf den Markt schwemmten, habe ich es etwas übertrieben. Ich wollte möglichst viel probieren und war einfach begeistert, dass es auf einmal so viel Neues gab.

Mittlerweile bin ich so weit wie viele Vegetarier/Veganer, die keine Puddingvegetarier sind. Ich konzentriere mich auf eine ausgewogene Ernährung. Ich gehe weg von den Ersatzprodukten und hin zu natürlichen Lebensmitteln. Gemüse, Hülsenfrüchte. Selbst würzen, statt unbekannte Aromen in sich hineinzuschütten. Natürlich landet auch hin und wieder ein Sojaschnitzel in dem Einkaufswagen. Mittlerweile aber vor allem wegen F. Anfällig bin ich vor allem darauf, wenn Discounter vegane Produkte in ihr Sortiment nehmen. Da bin ich neugierig und teste gern. Aber auch das lässt nach. Mein einziges ewiges Laster ist Sojajoghurt. Einfach, weil ich Joghurt schon immer innig geliebt habe. Davon komme ich nicht wirklich los.

Witzig ist, dass ich zu Beginn meines Vegetarierdaseins schon genau da stand, weil meine Mutter keine Ersatzprodukte gekauft hat, sondern einfach dafür sorgte, dass es immer genügend Gemüse oder Salat zum Essen dazu gab. Damals gab es Ersatzprodukte aber auch nur im Reformhaus oder im Internet. Back to the roots. Und lasst doch einfach jeden so essen, wie er es für richtig hält :)

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