Mittwoch, 12. Juli 2017

Weniger Stress selbst produzieren.


Nachdem veganes Backen für mich nun keine Herausforderung mehr ist und mir keine Schweißausbrüche mehr bereitet, geht es für mich nun an die Brotbäckerei.

Denn bisher habe ich immer einfaches Brot gebacken. Hefe, Mehl, ab die Post. Ich möchte nun aber mal ein wenig tiefer einsteigen. Dazu werde ich Sauerteig herstellen. Angeblich ist das ganz einfach. Wasser, Roggenmehl, stehen lassen. Wasser, Roggenmehl dazu, stehen lassen. Ein letztes Mal Wasser, Roggenmehl dazu, stehen lassen. Backen. Theoretisch ganz einfach. Mal schauen, ob das so funktioniert. Falls das der Fall ist, werde ich eine Anleitung dazu aufschreiben. Wenn nicht, dann nicht :D

Und sonst so? Ich habe herausgefunden, dass sich in dem Ort, in dem ich arbeite, ein Naturkostladen befindet. Da muss ich unbedingt mal rein. In dem Ort, zu dem unser Dörfchen gehört, haben sie sogar ein Bistro. Ich wusste gar nicht, dass die zusammengehören.

Gerade heißt es einfach nur noch: Warten auf den Urlaub. Die letzten Kräfte herausschießen, denn natürlich wird es vorher noch einmal richtig stressig. Wie irgendwie jedes Mal. Die scheinen ein Gespür dafür zu haben. Da hilft nur noch aussitzen, den Feierabend möglichst ruhig gestalten und sich vor Augen halten, dass es nur noch 8 Arbeitstage sind. Nach dem Urlaub werde ich F. anhalten, endlich in den Angelverein zu gehen. Ja, ich bin gegen seine Angelei im Generellen. Angeln ist aber die einzige Tätigkeit, die ich kenne, bei der er mal nicht über die Arbeit nachdenkt. Nicht einmal abends auf dem Sofa ist Ruhe. Er hat mit Arbeitskollegen eine WhatsApp-Gruppe. Wenn er darin über andere Dinge schreiben würde, Quatsch hin- und herschicken, meinetwegen. Aber die diskutieren darin abends (!!!) tatsächlich über Themen der Arbeit. Was soll der Scheiß? Als ob es nicht reichen würde, 40h dort zu sitzen. Nein, es wird abends in der Freizeit fortgeführt. Das ist das Dümmste, was man machen kann. Ständig jammert er herum, dass es so stressig ist, dass sein Chef blöd ist, dies und das und jenes. Aber gleichzeitig verhält er sich… so. Das ist jetzt dann auch der Punkt, an dem mein Mitleid versiegt. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich das kontrovers finde. Und ihn gefragt, wie er denn abschalten will, wenn er abends noch weiter über die Arbeit schreibt. Und ihm gesagt, dass er die Arbeit endlich auf der Arbeit lassen soll. Ich schaffe das auch gut. Es ist nicht immer leicht und ich muss mich oft dazu zwingen. Aber Feierabend ist Feierabend. Alles andere tut mir nicht gut. Außerdem arbeite ich, um zu leben. Nicht andersherum. Ich mag meinen Beruf, aber das ändert nichts an dieser Tatsache. Wenn F. auf der Arbeit nun alles zu viel wird, fängt er an, nach Urlaub zu schauen. Während ich mich freue, einfach mal Zuhause sein zu können und gern auch mal einen Nachmittag lesend auf der Terrasse verbringen würde. Ich brauche es nicht, ständig durch die Welt zu fliegen. Zumindest definitiv nicht mehrmals im Jahr. Ist ja auch nicht gerade ökologisch wertvoll. Meine Güte. Und deshalb soll er in den Angelverein gehen. Da fängt man deutlich seltener etwas, als am Angelteich, und wenigstens haben die Fische eine reelle Chance. Er soll einfach bei gutem Wetter abends mal zwei Stunden an die Weser oder irgendeinen Teich fahren und abschalten. Sich selbst und mir zuliebe. Denn momentan ist er nach der Arbeit zu nichts mehr zu gebrauchen. Und wenn wir am Wochenende tatsächlich mal nichts geplant haben, muss sofort wieder irgendwas im Garten gestresst werden oder irgendwohin gefahren werden. Das ist doch Mist. Gartenarbeit ist für mich Entspannung, aber nicht jeden Tag, an dem schönes Wetter ist, denn es gibt ja nun auch noch andere schöne Freizeitbeschäftigungen Zuhause. Wenn F. immer damit herumstresst, verliere ich die Lust daran. Und warum immer wegfahren, wenn es Zuhause doch auch schön ist? Er muss noch viel verstehen. So, wie er es handhabt, tut es weder ihm selbst noch mir gut.

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