Donnerstag, 13. Juli 2017

Verlagerung der Zwänge.


Mir ist gestern klar geworden, dass ich dabei bin, meine Zwänge zu verlagern. Da habe ich keine Lust drauf und möchte nun gegensteuern.
Seit das Haus im Raum stand, habe ich angefangen, zu sparen. Und zwar nicht nur irgendwie, sondern ich habe mich unglaublich schwer getan, Geld auszugeben. Jedes Mal, wenn ich zur Bank gegangen bin, um Bargeld zu holen, war da ein doofes Gefühl dabei. Ab Oktober letzten Jahres habe ich fast kein Geld mehr für mich ausgegeben bzw. nur sehr, sehr wenig. Seit wir das Haus Anfang des Jahres gekauft haben, haben wir pro Kopf ca. 15.000€ ausgegeben. Für Provision, Grundsteuer, Notar, Renovierung, etc. Das war so kalkuliert, das kam jeweils aus unseren Ersparnissen, es ist alles in Butter. Trotzdem habe ich nur 9000€ weniger auf dem Konto als vorher. Was bedeutet, dass ich 6000€ gespart habe seit Januar. Trotz Urlaubsrestzahlung, trotz Baltrum, trotz der beiden neuen Handys, die unbedingt sein mussten. Und für mich selbst? Ich habe ein paar Bücher gekauft, diese aber auch nicht nach Wohlgefallen ausgewählt, sondern danach, dass sie günstig sein sollten. Und dafür in Kauf genommen, dass sie mir teilweise überhaupt nicht gefallen haben. Ich habe das Hochzeitskleid gekauft und Schuhe für die Hochzeit. Und außer Kleinigkeiten war es das. Ich gehe 40h die Woche arbeiten. Aber dafür, auf meinem Geld zu sitzen? Sondertilgungen vom Kredit zu zahlen ist eine Sache. Zwanghaftes Sparen eine ganz andere. Ich habe seit Oktober jeden Monat nicht mehr als 100€ für mich ausgegeben, meist deutlich weniger. Ich habe auf neue Kleidung verzichtet, die ich gut gebrauchen könnte. Ich habe auf Seelentröster verzichtet, die ich noch viel mehr gebrauchen könnte. Ich habe meine Wunschliste bei amazon und EMP vollgepackt und vollgepackt, nur um dann wieder nach und nach alles herunterzulöschen. Brauche ich ja nicht unbedingt. Hmpf.
Sparen ist eine Sache. Nicht wie im Rausch das Geld herauszuwerfen, ist lobenswert. Aber ich habe es mir verdient, mir Dinge zu gönnen. Es bringt keinem etwas, wenn ich traurig bin, weil ich mir bestimmte Dinge nicht gönnen “darf“. Es bringt keinem etwas, wenn ich mir auf der Arbeit einen abbreche, nur um das Geld dann komplett auf meinem Konto liegen zu lassen.
Ich will mir eine neue Hose kaufen können, wenn die alte ausbleicht, und ich will mir auch einfach mal Dinge kaufen, weil ich sie stumpf haben will und sie vielleicht keinen besonderen Zweck erfüllen. Meine Güte. Andere können das auch. F. kauft auch einfach neue Trekkingschuhe, wenn die alten dreckig sind und auseinanderfallen. Ich dagegen nutze sie im Garten und nehme die ausgelatschten, dreckverkrusteten Treter dann trotzdem mit in den Urlaub. Gratulation.
Diese Entwicklung beunruhigt mich und das möchte ich nun ändern. In Grenzen, denn vollkommen sinnfrei verprassen möchte ich mein Geld natürlich nicht. Aber ich will nicht mehr zwanghaft sparen.
Deswegen bin ich gestern hingegangen und habe ein paar Sachen gekauft, die nicht unbedingt hätten sein müssen, weil ich auch ohne sie leben kann. Und auch obwohl ihr Wert keine 20€ betrug, fühlt es sich gut an. Außerdem habe ich für den Urlaub drei (gebrauchte) Bücher bestellt. Aber die habe ich nur gebraucht gekauft, weil ich es sinnfrei finde, neue Bücher zu kaufen, wenn andere darauf warten, einen neuen Besitzer zu bekommen, statt im Müll zu landen.
Da ich mir nun bewusst bin, in welche Richtung ich mich bewegt habe, werde ich dagegen steuern, damit ich wieder ein entspannteres Verhältnis zum Geld bekomme. Schließlich will ich nicht nur keinen Stress mehr mit meinem Körper, dem Essen etc., sondern in jeglicher Lebenslage.

Die wollte ich schon ewig mal
probieren! Ich komme viel
zu selten zum dm. Die vegane
Auswahl ist deutlich größer
als bei Rossmann.


Dieses Schätzchen habe ich 30%
günstiger bekommen, weil das
Haltbarkeitsdatum abläuft.
Es hat aber 122kcal pro 100ml. Ui.
 

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