Mittwoch, 5. Juli 2017

Entwicklung.


Ich habe eine alte Liste von mir mit Zielen wiedergefunden. Von Mitte 2014, also ca. 3 Jahren.

1.       Meinen Körper noch mehr akzeptieren.

2.       Mehr Sport machen.

3.       Die ES für immer hinter mir lassen. ?

4.       Freunde treffen

5.       Mehr fotografieren.

6.       Irgendwann F. heiraten. ( in Arbeit :D)

7.       Fest in den Job kommen

8.       Mehr Selbstvertrauen aufbauen. X

9.       Leben.

Ich würde sagen, seitdem ist einiges in meinem Leben passiert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass meine Gedanken nicht allzu lange davor noch so aussahen:


14.02.2014

Das ist der traurigste Valentinstag seit langem. M. geht schießen und ich habe ihm heute Morgen alles Gute zum Valentinstag gewünscht und er… naja. Er ist seit gestern Abend von dem Gedanken besessen, ich hätte eine Affäre mit F. Es war echt gruselig. Als ob er Gedanken lesen könnte. Er hat gesagt, ich soll mal aufzählen, wie die aus der FH heißen. Und dann hat er gesagt, ich soll doch mal was Genaueres zu F. erzählen. Als ob er in meinem Kopf drinsitzen würde. Beängstigend. Er hätte das Gefühl, dass ich mit dem mehr zu tun habe als mit den anderen (ich habe nie was über ihn erzählt!). Wtf. Das steigerte sich dann. Sein Bauchgefühl würde sagen, dass da irgendwas mit ihm ist. Nächste Steigerung. Er hätte geträumt, dass er mich in SMS „Süße“ nennt (was nicht stimmt... mal „Kleine“, aber nur, weil er findet, dass ich klein aussehe). Und dass ich ihn unter Fab. abgespeichert hätte (was bis vor 3-4 Wochen so war o.O). Nachdem er allerdings anfing, er will ins Handy gucken, habe ich ihn in „Franzi“ umbenannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass M. vorher nie mein Handy durchwühlt hat. Wenn er so was gefunden hätte, wäre er sofort durchgedreht. Er blufft. Das weiß ich. Aber woher nimmt er diese fast telepatischen Fähigkeiten? Auf jeden Fall ist er seit gestern Abend nur noch stinkig. Eigentlich ist er das die ganze Woche schon und ich schrieb ihm den Brief, damit er was ändert… er hat nichts geändert, in keiner Hinsicht, und dreht jetzt einfach das Blatt um, meckert die ganze Woche rum, obwohl ER auf Probezeit ist… und warum mache ich das mit? Ich will eigentlich nur noch, dass es vorbei ist. Weil es jetzt schwebt und weiterläuft und mich quält und ich jetzt sicher bin, dass M. sich niemals ändern wird. 50,6 kg übrigens. Gestern 50,3kg. Aber ich bekomme auch bald meine Regel.

Traurig ist auch, Mama hat Mitleid mit ihm, glaube ich. Klar, weil er Samstag wirklich getroffen war. Aber es gibt nicht nur die Seite an ihm. Es gibt auch die dunkle Seite, die sie nicht kennt. Weil er, wie sein Vater, durchaus nett und höflich sein kann, wenn er will. Was er halt meinen Eltern gegenüber natürlich ist. Und als ob es mir gut geht mit der Situation. Mir ging es Samstag auch scheiße und ich musste so noch Autofahren. Aber das sieht keiner. Eigentlich soll es mir auch egal sein. Ich habe lange genug nur nach der Nase anderer Leute getanzt und bin es leid. Ich habe mich genug gequält unter M. und genug eingesteckt. Und immer versucht es allen recht zu machen. Traurig, dass da niemand jemals an mich denkt. Ich selber bin darin auch nicht gut, das macht das Ganze nicht besser. Wenn ich es nicht bald schaffe, mich von M. zu befreien, dann mache ich Schluss mit allem. Egal, wie feige das ist und wie unglücklich es die paar Menschen macht, denen ich wichtig bin. Ich will so nicht mehr weiterleben. Dabei könnte das Leben so schön sein. Von M. komme ich nicht los und F. nicht von seiner Freundin. Also wird das doch irgendwie von beiden Seiten nichts. Ich weiß auch gar nicht, warum ich mich so schwertue, einen endgültigen Schlussstrich unter M. zu ziehen. Weil er mir doch nur noch schadet und es nur Samstag geschafft hat, sich mal ein bisschen zusammenzureißen. Traurig das alles. Traurig der Blick in die Zukunft. Und ich schaffe es nicht, mir das irgendwie gutzureden. Die ES wird dieses Jahr 9. Die Chancen, sie loszuwerden, gehen langsam gegen null. Mit M. bin ich dieses Jahr 6 Jahre zusammen. Seit 5 Jahren läuft es nicht mehr optimal. Die Chancen, mich von ihm zu lösen, gehen auch gegen null. Gute Aussichten. Ein Leben in Unterdrückung und Angst, mit Fixierung aufs Gewicht. Nein, danke. Da sehe ich nur Dunkelheit. Ich habe letzten Samstag schon überlegt, ob ich nicht einfach das ganze Paracetamol, Ibuprofen und diese ganz harten Ibubeta einwerfe und einsam in der Wohnung sterbe, Aber da kann man ja nie sagen, ob es klappt. Nachher kotzt man gerade soviel wieder aus, dass man überlebt oder wird doch noch rechtzeitig gefunden. Dann kommt man erstmal in die Psychiatrie. Das kann ich schlecht gebrauchen für Studium und Beruf. Also wenn, muss es klappen oder ich muss es gar nicht erst versuchen. Nur welche Art gibt es, sicher zu gehen, dass es klappt? Keine. Schade. Pulsadern klappt nicht zwingend, nicht mal Erschießen ganz unbedingt. Unfall mit dem Auto bauen nicht. Gerade wenn man sterben will, geht es doch irgendwie schief. Und zuviel leiden würde ich ja auch nicht wollen. Das habe ich schon genug.

Ein schönes Leben ist auch eigentlich gar nicht unendlich fern. Bei Oma einziehen, Freunde treffen, machen, was mir gut tut. Gut, die ES, das wird nicht einfach. Aber einfacher, wenn es einem insgesamt besser geht. Und eine Beziehung macht vorerst wahrscheinlich auch gar keinen Sinn. Langfristig wieder, ja. Aber jetzt? Ich denke nicht. Es wird wohl Zeit, dass ich wähle. Das mit M. abschließen und endlich anfangen, das zu verarbeiten, oder das nicht tun und irgendwann den Freitod wählen. Die Entscheidung sollte nicht schwerfallen… tut sie aber. Weil er mir aus unerklärlichen Gründen immer noch nicht egal ist. Weil es an ihm auch diese kleine nette Ader gibt. Keine Ahnung. Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit? Traurig, dass ich das nicht sicher sagen kann. Soviel Trauriges. So wenig Licht.  

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