Dienstag, 6. Dezember 2016

Sully


Seit langer Zeit waren wir gestern mal wieder im Kino. Und zwar in einem Film, der nicht gut angenommen wird, aber wirklich interessant ist. Ich spreche von „Sully“, der von der Landung eines Piloten auf dem Hudson-River in New York handelt. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, 2009 war es groß in den Medien. Zugegebenermaßen habe ich es damals gar nicht aktiv mitbekommen. Da mein Freund aber sehr flugzeugbegeistert ist, haben wir letztens alle „Mayday“-Dokumentationen durchgeschaut, die von Flugzeugunglücken handeln. Daher war mir die genaue Geschichte also bekannt. Zu der Katastrophe kam es so:
Kurz nach dem Start gerät das Flugzeug in einen Schwarm Vögel. Beide Triebwerke fallen aus. Der Pilot funkt „Mayday, mayday“ – der Fluglotse macht ihm den Weg zu den umliegenden Flughäfen frei. Der Pilot, Chesley „Sully“ Sullenberger, entscheidet aber, dass er zu wenig Geschwindigkeit hat und zu tief ist, um es zu den Flughäfen zu schaffen. Er entschließt sich also zu einer Landung auf dem Hudson-River. Was vielleicht den meisten nicht bekannt ist: Zu 95% aller Fälle enden alle Notwasserungen tödlich. Das liegt daran, dass das Flugzeug absolut gerade aufsetzen muss. Liegt es nur leicht schräg beim Aufprall, bricht ein Flügel weg und das Flugzeug zerbirst in tausend Einzelteile. Kaum hatte Sullenberger das Flugzeug gelandet, stand die Crew schon vor dem nächsten Problem: Das Flugzeug lief nach und nach voll, das Wasser (es war im Januar) war 2°C kalt. Die Außentemperatur betrug gefühlte -19°C. Den Insassen des Flugzeuges blieb also nichts anderes übrig, als bibbernd und frierend auf den Tragwerken des Flugzeuges auf Hilfe zu warten. Der Pilot ist dabei wie ein Derwisch hin und her gerannt, hat Jacken verteilt und dafür gesorgt, dass alle das Flugzeug verlassen. Er hat das Flugzeug als allerletztes und auch nur unter Zureden seiner Crew verlassen. Zum Glück haben die Retter schnell reagiert und letztlich passierte das Unglaubliche: Alle 155 Insassen des Flugzeuges überlebten. Sully wurde zunächst von den Medien als Held gefeiert, und dann kommt der Teil, den ich noch nicht kannte: Alles, was danach kam. Krankerweise wurden nämlich Ermittlungen aufgenommen. Der Mann, der 155 Menschen das Leben gerettet hatte, stand vor Gericht! Und zwar, weil die Airline halt ein Flugzeug verloren hatte und der Meinung war, dass er es auch noch zum nächsten Flughafen geschafft hätte. Simulationen ergaben, dass er es hätte schaffen können – als er dann aber nach den Parametern fragt, stellt sich heraus, dass sowohl in den Berechnungen als auch den Simulationen mit Menschen davon ausgegangen wird, dass der Pilot unmittelbar nach dem Vogelschlag abdreht und den nächsten Flughafen anfliegt. Da wurde kein Handbuch eingehalten, gar nichts. Die Pilotin, die es letztlich geschafft hat, das Flugzeug in der Simulation zum nächsten Flughafen zu fliegen, hat dafür 17 Anläufe gebraucht – natürlich wurde nur der Versuch gezeigt, bei dem es geklappt hat.
Ich fand den Film super. Vielleicht muss man dafür etwas flugzeugbegeistert sein, da bin ich mir unsicher. Aber er war sehr gut gemacht und die Geschichte wurde in Rückblenden erzählt. Auch das ganze Drumherum, was man damals nicht mitbekommen hat, wie zum Beispiel der Pilot mit dem Schock umgeht und wie sehr es ihn belastet hat, dass ihm falsche Entscheidungen vorgeworfen wurden, war sehr interessant zu sehen.
Schön finde ich außerdem, dass zum Abspann die Gruppe an Passagieren mit Crew eingeblendet wird.
Sehr guter und sehr interessanter Film. Und das Beste: Er ist mit Tom Hanks :D
 
Quelle: bahraincinema.com

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