Freitag, 2. Dezember 2016

Sich eine positive Grundeinstellung beibringen...


Momentan habe ich häufig zu kämpfen. Ich sitze oft da und frage mich, warum ich das alles überhaupt mache. Warum gehe ich jeden Tag zur Arbeit, obwohl andere auch ständig krank feiern, warum ist das komplette Leben fremdbestimmt, warum kann ich nicht einfach glücklich sein?

Die Antwort ist, dass ich Einfluss darauf habe, glücklich zu sein. Sich nicht immer über Kleinigkeiten aufregen, ist da ein wichtiger Faktor, sondern sich einfach gelegentlich mal eine Scheiß-egal-Einstellung erlauben. Vorgestern zum Beispiel habe ich einen Kupplungshersteller gefunden, der super für unseren Anwendungsfall ist. Da sie gestern zufällig im Norden Deutschlands unterwegs waren und wir auf dem Weg in den Süden quasi auf ihrer Route lagen, kamen sie bei uns vorbei. Mein Nerv-Kollege, der dem Ganzen vorher eher kritisch gegenüber stand (ich habe ein Händchen dafür, winzig kleine Firmen rauszusuchen – aber ganz ehrlich: Wenn sie die besten für das sind, was wir brauchen, wieso nicht? Noch dazu sind sie viel flexibler und kooperativer als Firmen wie Siemens etc.), hat dann doch die Vorzüge dieser Kupplung erkannt und tat auf einmal so, als wäre das alles sein Verdienst. Ich wäre fast geplatzt. Denn wenn ich etwas leiste, will ich verdammt nochmal auch, dass das wenigstens bedingt anerkannt wird. Aber irgendwann dachte ich mir dann: Lass ihn reden, lass ihn seine dicken Eier präsentieren. Wenn Montag Projektleitermeeting ist, setze ich mich an einen Platz, von dem ich weiß, dass ich vor ihm dran komme, und werfe dezent in den Raum, dass ich einen neuen Kupplungshersteller gefunden habe, der dasselbe leistet wie der namenhafte Hersteller, nur viel entgegenkommender und flexibler ist. Und damit hat sich die Sache. Denn letztlich kann sich mein Kollege vor deren Firma präsentieren, wie er will: Was zählt, ist, dass meine Vorgesetzten mitbekommen, dass nicht er der Urheber all dessen ist, sondern dass ich die gefunden habe. Und damit ist es dann auch gut.

Ansonsten ist Arbeit Arbeit und mein Leben mein Leben. Ich arbeite, um zu leben, ich lebe nicht, um zu arbeiten. Auch, wenn die Arbeit leider doch immer einen großen Teil in meinem Leben einnehmen wird. Wie in dem Leben von jedem, der halt Vollzeit arbeitet. Was zählt ist, dass man nach Hause kommt, in den Arm genommen wird, geliebt wird, dass man die wenige freie Zeit mit den Liebsten genießt. Dass man die Wochenenden nicht stumpf verstreichen lässt, sondern bewusst erlebt. Allein deswegen bin ich schon kein Fan von Saufgelagen. Ich will nicht an einem Abend betrunken sein und dafür einen wertvollen Tag des Wochenendes quasi krank im Bett liegen. Das ist es mir nicht wert.

Ich merke, dass es sehr befreiend ist, sich nicht immer nur an den negativen Aspekten des Lebens festzukrallen. Aber ich muss mich darauf oft aktiv konzentrieren, leicht fällt es mir nicht. Zu schnell rücken die Dinge in den Vordergrund, die gerade schiefgegangen sind. Ich habe die Hoffnung, dass eine positive Einstellung sich irgendwann adaptiert und selbstständig einstellt. Man bleibt gespannt :)

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