Mittwoch, 23. November 2016

Update: Veganismus


Ich dachte mir, da es von meiner Seite aus schon lange keinen Post zum Thema Veganismus gab, äußere ich mich jetzt einfach mal zu meinem aktuellen Status in dem Thema.

Es ist so, dass ich mich immer noch Vegetarier nenne und auch nicht Veganer nennen darf, denn gelegentlich passiert es immer noch, dass ich hier und da mal Ausfälle in Richtung Vegetarismus habe. Das geschieht aus unterschiedlichen Gründen. Ein Grund ist ganz simpel und mir zeitgleich etwas peinlich: Ich bin seit 11 Jahren Vegetarier und muss daher nicht mehr darüber nachdenken, kein Fleisch zu essen. Auch „versteckte“ Komponenten wie Gelatine umgehe ich mittlerweile automatisch. Man bekommt schließlich ein Auge dafür. Beim Veganismus ist es noch nicht so. Manchmal habe ich mir Dinge in den Mund gestopft und denke dann erst darüber nach, ob das jetzt richtig war. Das passiert mir vor allem bei Sachen wie geschenkten Bonbons etc. Mit Bedauern musste ich zum Beispiel feststellen, dass meine heißgeliebten Schokobonbons vom Edeka Milchbestandteile enthalten. Aber ich werde besser darin und nach und nach wird mein Gefühl dafür besser, was ich essen kann und was nicht. Im Restaurant finde ich es oftmals schwierig, weil es hier auf dem Land deutlich weniger Möglichkeiten für mich gibt als das wohl in mancher Stadt der Fall ist.

Vorletzte Woche habe ich von F.s weißer Schokolade probiert, weil er hellauf begeistert war und mir ein Stück gegeben hat. Ich habe auch einen Keks von meiner Mutter gegessen, weil sie mir die total euphorisch angeboten hat. Da hat mein Verstand dann einfach ausgesetzt und nachher dachte ich mir: Kacke. Wenigstens wusste ich, dass es die Eier von meinen Verwandten aus Thüringen waren, deren Hühner den ganzen Tag auf dem kompletten Grundstück herumlaufen können und denen es echt gut geht. Das hat es etwas besser gemacht. Wenn ich ehrlich bin, bekomme ich langsam ein ähnlich schlechtes Gewissen nach dem Konsum von tierischen Produkten wie ich es früher mit der Essstörung beim Konsum von hochkalorischer Nahrung hatte. Vielleicht ist es ganz gut so, weil ich so konsequenter bin, aber ich würde es gern etwas entspannter sehen, weil mir das besser täte.

Insgesamt fällt es mir immer leichter. Mein Konsum von Ersatzprodukten ist auch deutlich geringer geworden. Am Anfang habe ich jeden Monat eine Großbestellung bei alles-vegetarisch.de gestartet, die mindestens die obligatorische 49€-Grenze für kostenlosen Versand geknackt hat. Vergangenen und diesen Monat habe ich aber nichts mehr bestellt, weil ich festgestellt habe: Eine schöne Gemüsepfanne, angebratene Champignons oder einfach mehr Gemüsebeilage geben mir dieselbe Befriedigung wie eine Sojabratwurst. Von denen (Tofurky – die beste Sojawurst, die ich je gegessen habe) habe ich außerdem immer noch welche eingefroren, man weiß ja nie. Was ich außerdem immer noch da habe, sind vegane Heißwürstchen, für den Fall, dass F. mal wieder spontan Hot Dogs essen möchte. Die gibt es in den Supermärkten in Umgebung nämlich nur in vegetarisch und nicht vegan. Aber die liegen jetzt auch schon zwei Monate herum. Veganen Pizzaschmelz von Wilmersburger ist auch immer für den Notfall da, weil das einfach meine liebste Variante für Aufläufe und Pizza ist. Aber das isst man ja auch nur eher selten. Häufiger im Einsatz und regelmäßig nachgekauft wird Schlagfix. Ich verwende es gern für Soßen und natürlich als Sahneersatz beim Backen für Torten und Biskuitrollen. Aber das war es dann auch schon. Ich kaufe nur noch selten pflanzliche Schnitzel etc. Auch der Wilmersburger Cheddar (nicht, dass ich neben des Preises etwas gegen ihn einzuwenden habe, ich liebe ihn!) ist fast komplett von meinen Broten verschwunden. Sehr häufig verwende ich stattdessen Hummus oder Gurken und Tomate. Oder eine tolles Brot mit Radieschen, Margarine und einer ordentlichen Prise Salz wie in meiner Kindheit. Klasse! Wovon ich noch nicht ganz die Finger lassen kann, das sind Sojajoghurts. Und zwar aus dem simplen Grund, dass ich Joghurt liebe und die von Alpro in unserem Marktkauf kurz vor dem Ablaufdatum ständig zu 50% günstiger zu erwerben sind. Auch die geilen Sorten wie die Desserts oder Zitrone-Käsekuchen etc. Milchersatz dagegen kaufe ich seltener, weil ich mehr Tee trinke als sonst. Wenn ich Kakao haben will, mache ich mir Kokosmilch selbst (Kokosraspeln – Mixer – Abtropfen lassen – fertig). Durch den Kokosgeschmack schmeckt mir persönlich das richtig toll. Wenn ich es etwas „sämiger“ haben möchte, mache ich manchmal einen Schuss Schlagfix dazu oder packe etwas von dem abgeschöpften Kokosbrei zurück.

Ich fasse zusammen: Meine Ersatzprodukte haben sich drastisch reduziert und damit auch die Kosten, die ich so für meine Ernährung aufwenden muss. Damit habe ich mir, bewiesen, dass vegane Ernährung nicht teuer sein muss. Vorausgesetzt, man denkt generell in seiner Ernährung um. Ich will gar nicht komplett auf die Ersatzprodukte verzichten, denn gelegentlich sind sie einfach schnell zubereitet und schmecken wirklich gut. Aber ich brauche es nicht mehr tagtäglich. Und es geht mir gut damit! Ich fühle mich ausgeglichener, mein Hunger-Satt-Gefühl ist so stark ausgeprägt wie seit Jahren nicht (mal abgesehen von den obligatorischen Fresstagen vor der Erdbeerwoche), entspannter in Bezug auf Essen. Also eine seeehr positive Entwicklung, die hoffentlich auch so weitergeht. 😊

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