Mittwoch, 30. November 2016

Meine Vergangenheit hält mich fest.


Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe es geschafft. Ich habe mir mein eigenes Leben aufgebaut, in der ich diesen ganzen Kram in meinem Kopf nicht mehr benötige. Ich habe einen Verlobten (das klingt immer noch verdammt seltsam), ich bin im Begriff, ein Haus zu kaufen, ich habe einen festen Job. Noch vor drei Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich heute so weit sein würde. Vor drei Jahren war ich mit meinem Ex zusammen und hatte die Hoffnung auf eine strahlende Zukunft hinter mir gelassen. Um es mal klar zu sagen und nicht immer nur anzudeuten: Ich wurde geschlagen, vergewaltigt und gedemütigt. So richtig aufgearbeitet habe ich das nie, weil es mir schwer fällt, darüber zu reden. Es hätten alle versucht, mir zu helfen, aber…so einfach ist es nicht. Dass irgendetwas mit unserer Beziehung im Argen ist, das haben meine Kommilitonen lange geahnt. Und dass wir da etwas machen müssten. Aber dafür hätte ich mich öffnen müssen und davor hatte ich Angst. Angst davor, dass alles nur noch mehr eskaliert.
Ich verstehe nicht, warum das Böse, das tief in mir schlummert, manchmal noch aus mir herausbricht. Es ist ja eigentlich alles gut. Im ersten Jahr, in dem ich mit F. zusammen war, habe ich oft Alpträume gehabt. Ich habe im Schlaf gezittert wie Espenlaub und war zeitgleich klitschnass geschwitzt. Ein, zwei Mal bin ich schreiend wachgeworden. Ich wusste gar nicht, dass ich schreien kann. F. konnte nichts anderes tun, als mich zu wecken, wenn er es mitbekommen hat, und dann fest in den Arm zu nehmen. Sicherlich wäre es langfristig besser gewesen, das Ganze in einer Therapie aufzuarbeiten. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich tierische Angst davor, noch einmal mit allem konfrontiert zu werden. Ich merke aber, wie ich stärker werde und es seltener hochkocht. Ich kann manchmal mit meinem Äußeren leben. Ich war 1 ½ Monate nicht mehr auf der Waage. Die depressiven Schübe kommen seltener. SVV hatte eine Pause von fast 10 Monaten, bis der Ausrutscher Mitte November kam.

Es gibt ein Leben nach meinem Ex. Und das wird verdammt nochmal toll werden.
Quelle: karriereblog.svenja-hofert.de
 

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