Dienstag, 19. Januar 2016

Manchmal denke ich, ich bin schizophren... Ich auch!


Heute Abend gehen F. und ich in Bielefeld essen. Darauf freue ich mich, komisch. Ich verstehe selbst nie, wieso ich mich gerade fühle, wie ich mich fühle. F. hat gestern die 22.500€ von seinem Opa bekommen. Zusammen mit den 6000€ von seinen Großeltern hat er nun fast soviel geschenkt bekommen, wie ich mir in all den Jahren durch viel Verzicht und Arbeit erspart habe. Nur, dass er keine Hemmungen hat, das auszugeben, und sich von dem Geld seiner Großeltern sein total überteuertes Auto kaufte und von dem Geld jetzt wieder eins kaufen will. Das dann vermutlich auch wieder eine Nummer zu groß für ihn wird. Da schwingt jetzt viel Bitternis mit, aber Fakt ist, meine Schwester bekommt einen riesigen Haufen Geld in den Arsch geschoben, F. bekam einen Haufen Geld in den Arsch geschoben, und ich bin irgendwie die einzige, die sich nie was gönnt und so an ihr Erspartes gekommen ist. Toll, wirklich. Das ist ein mieses Gefühl. Klingt doof und würde ich das allen nicht gönnen, ist irgendwie auch so :D Immerhin kann ich sagen, dass ich mir das alles selbst erarbeitet habe.
Mein Chef war immer noch nicht bei mir. Soviel zu dem Thema, er meldet sich bei mir. Ich bin genervt…
So, positiv denken.
Erstens. Da F.s Onkel das Geld nun doch überwiesen hat, kann ein Funke Hoffnung aufkeimen, dass das mit dem Haus vielleicht doch was wird. Als wir kurz vor Weihnachten auf seinen Onkel trafen, war der ganz verträglich. Als sein Opa ihn dann, als wir weg waren, auf das Haus ansprach, sagte der, klar könnte F. das haben. Er bräuchte das nicht. Und überhaupt, er würde jetzt ja nochmal bauen und vielleicht würde er das F. vererben, wenn er nicht mehr wäre, er hätte ja sonst keinen. Wir dachten uns, da ist irgendwas falsch, das war viel zu einfach. Sowohl wir als auch F.s Opa hatten mit erbittertem Widerstand gerechnet. Also entweder hat sein Onkel durch seinen Job beim TÜV verdammt viel Geld und ihm ein „kleines Häuschen“ ganz egal, was ich aber irgendwie nicht glauben kann, oder aber er spielt ein ganz komisches Spiel. Das halte ich für wahrscheinlicher, auf der anderen Seite kann ich ihn aber einfach so gar nicht einschätzen. Wenn alles anders ist, als wir erwarten, und sein Onkel alles so schluckt, wie es scheint, dann setzen die einen Vertrag darüber auf, dass F. das Haus nach dem Tod von seinem Opa bekommt, und bis dahin dürfen wir mietfrei darin wohnen. Wtf. Das bedeutet, wenn alles optimal laufen würde, wovon keiner ausgeht, könnten wir nächstes Jahr oder so anfangen, das Haus leerzuräumen und aufzuhübschen. Zu machen wären da nur die Tapeten, eine neue Küche und der Garten, der  zugewuchert ist. Und wenn irgendwann Kinder kommen, müsste man den Dachboden ausbauen, aber bis dahin könnte man genau so da einziehen. Ich glaube da nicht dran. Und ich glaube es erst, wenn wir  den Vertrag in der Hand haben und alles rechtlich sicher ist. Bis dahin – es wäre ein Traum, aber ich mache mir keine falschen Hoffnungen.
Zweitens. F. lädt mich nachher zum Essen ein, zur Feier des Geldes quasi. Das sind Peanuts, wenn man bedenkt, dass ich, seit wir zusammen sind, ständig dies und das und alles bezahlt habe, aber die Geste zählt. Er ist ab Februar eingestellt, verdient 150€ weniger als ich, aber insgesamt verdienen wir beide soviel, dass man da gut von leben kann. Vielleicht wird er dann ja weniger knauserig mir gegenüber. Vermutlich aber nicht. Aber egal. Wir haben dann beide genug.

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